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HONDA CBX 1000 Pro Link SC06 – „Umbau nach Maß“

Im Jahr 1978 hatte ich das Glück, eine HONDA CBX 1000, der ersten Generation für 2 Wochen auszutesten. Mein Arbeitskollege war zeitlich gebunden und hatte mir das Teil anvertraut. Mit 6 Zylinder und einem Fahrwerk, das diesem Motor überhaupt nicht gewachsen war, begab ich mich ganz vorsichtig an die Grenzen dieser außerordentlich laufruhigen – aber sehr störrischen Maschine. Beim Gas geben tritt dich ein Pferd und beim strengen Kurven fahren meinst du, du hast Wackelpudding im Fahrwerk. Mit diesen emotionalen Empfindungen im Kopf, begab ich mich ganze 32 Jahre später auf die Suche nach einem geeigneten CBX1000-Objekt, das sich dann auch für einen ordentlich sportlichen Umbau lohnte. Und ich wurde fündig:

  • HONDA CBX1000 Pro Link SC06, Baujahr 1983
  • mit einem Fahrwerk umgebaut mit folgenden Komponenten:
    – Vordergabel mit verstärkten Wirth-Federn von der GSX-R 750 W, bestückt mit einer Spiegler-Gabelbrücke und Alu-Felgen mit Winkelventilen und Reifen vorne 120/70ZR17 bzw. hinten 180/55ZR17 mit Doppel-Bremsscheiben von der GSX-R 750 W und Alu-Räder von der GSX-R 750 W
    – Hinten: die Schwinge von der GSX-R 1100 W mit einem Unterzug und hintere Bremsscheibe von der GSX-R 750 W
    – Armaturen und Instrumente von der GSX-R 750 W

    Am 30.05.2020 war es dann soweit, Abholung per Hänger bei Dirk Petri in Olsberg.
  • Danach konnte der „Umbau nach Maß“ beginnen:
  • Zylinderfuß- und Kopfdichtung wurden wegen Ölverlust ersetzt. Da ein Zylinderstehbolzengewinde defekt war, wurde dieser ersetzt. Auch das Gewinde vom oberen Steuerkettenspanner war defekt und eine neue Gewindebuchse musste eingesetzt werden. Die alten Steuer-Kettenspanner und -Schienen waren total porös und mussten ersetzt werden Und dann ging es an die Maßnahmen!
  • >> Die Vorderen Standrohre wurden demontiert und poliert.
    vorher:
    nachher:
  • >> Die hinteren Bremszangen wurden demontiert, ordentlich gereinigt und Gold lackiert.
    vorher:  
    nachher:             
  • >>Die Alu-Räder wurden mit Wave-Scheiben bestückt und schwarz lackiert und mit HONDA-Felgenaufklebern versehen
  • >>Habe einen 2. Satz Alu-Räder gekauft, mit Wave-Scheiben bestückt und Gold lackieren lassen – mit HCR-Aufklebern versehen
     
  • >>Anbau von einem Geweih für eine Halbschale einer HONDA VF500F mit neuer Formscheibe. Diese wurde rot lackiert
    vorher:         
    nachher:    
  • >>Anbau eines Sport-Höckers von „mDesign“ mit komplettem Unterrahmen und Rückleuchten – dieser wurde schwarz lackiert und getrohnt wird auf einer roten Sitzbank Marke Eigenbau, die unter der Leitung von Hans-Peter Müller (Polsterwerkstatt) entstand.
    vorher:     
    nachher:
      
  • >>Lackierung des Tanks in weißer Farbe
  • vorher:     nachher:  
  • >>Die hintere Schwinge wurde poliert
    vorher:   nachher:  
  • >>Ein Kawasaki-Lichtmaschinen-Umbau-Kit wurde verbaut, weil das Original sehr anfällig ist.
     
  • >>Die Original-Vergaser-Batterie musste weichen
     
  • >>Neue KEIHIN-33FCRH-Schieber-Vergaser-Batterie wurde montiert und die Düsenbestückung entsprechend abgestimmt

       
  • >>Dabei wurden neue Vergaseransaugstutzen und passende offene Luftfilter montiert
  • Iridium-Zündkerzen DR8EIX und NGK-Hochleistungs-Zündkabel mit NGK-Kerzenstecker CR3 wurden verbaut
     
  • >>Ein GRmoto-Titan-Endschalldämpfer wurde verbaut
     
  • >>Eine neue DID- VX G&B O-Ring-Kette (530 Gold) mit Stealth-Kettenrad (Gold – 42 Zähne) inkl. Ritzel wurde montiert, dazu wurde ein neuer LUCAS-Kettenschutz montiert
     
  • >>Montage eines Satzes Streetline-GSG-Stutzpads schwarz
     
  • >>Alu-Motorhalter, HRC-Zündungsdeckel- und HRC-Nockenwellenabdeckungen wurden montiert
     
  • >>Alle Fußhebel – Pedale wurden schwarz lackiert
     
  • >>Die hintere Fußbremspumpe und alle Bremsflüssigkeitsbehälter hinten und vorne wurden durch neue ersetzt. Außerdem wurde ein Spiegler-Alu-Lenker „Super-Street Fighter“ mit PUIG-Racing-Lenkergriffen montiert. Diese wurden mit einem Satz probrake-TECTOR-Hebeln (schwarz-silber) bestückt.
           
  • >>Alle Bremsleitungen wurden durch Spiegler-Stahlflex-Bremsleitungen ersetzt
      
  • >>Die Instrumente wurden mit weißen Tachoscheiben und 3 weiteren Armaturen (Volt-, Wasser- und Öltemperaturmeter) versehen.
  • >>eine JMT-Lithium-Ionen-Batterie HJTX20H-FP (Gewicht 850 Gramm) wurde verbaut
     
  • weiterhin wurde ein automatischer Kettenöler montiert und die Gas- und Kupplungszüge ersetzt, Kennzeichenhalter mit LED-Licht und kleine LED-Blinker wurden verbaut

  • Mit Abstand die größten Probleme bereitete mir die Elektrik, weil das Gefährt 2 Systeme in sich trägt.
    – einmal, den original Kabelbaum der CBX1000
    – und durch den Einbau der GSX-R750 – Instrumente, die Angleichung an die Suzuki-Elektrik.
    Gott sei Dank habe ich einen Sohn, der die für mich fremde Materie „Elektrik“ gelernt hat. Vielen Dank Niels für Deine Hilfe!
      

Nach nunmehr fast einem Jahr „Aufbauarbeit“, bin ich, außer ein Paar Feinarbeiten in der Instrumentierung, mit den Umbaumaßnahmen meiner CBX „SEXY LADY“ fertig und ich denke, das Teil kann sich nicht nur sehen lassen, sondern ist auf heutigem „Motorradstandart“ und fährt sich auch echt passabel GEIL.

Die 6 in 1 – Anlage hat mir „eigentlich“ recht gut gefallen, war aber nicht sensationell. Daher habe ich mich nach einer 6 in 6 – Anlage umgeschaut und bin in Australien fündig geworden. Peter Gray von der Pipemasters Manufacuring Pty. in 4520 Camp Mountain fertigt imn mühevoller Einzelanfertigung eine wunderschöne Auspuffanlage nach dem Vorbild der 6-Zylinder Benelli an. Durch meinen GSX-R 1000 – Schwingen-Umbau hatte ich allerdings noch einige Anpassungsarbeiten zu verrichten. Das Ergebnis lässt sich trotzdem sehen.
     Die jeweils 3 Rohre rechts und links beeindrucken schon sehr. Und der Klang ist gegenüber der 6 in 1 – Anlage nicht mehr so aggressiv, sondern moderat brüllend!

20223-06-20
Heute habe ich nochmal Hand angelegt und mir richtig Mühe gemacht. Mir hat die Halbschale der VFR 500 doch nicht gefallen und da ich noch eine Fischer-Halbschale mit Doppelscheinwerfer hier rumliegen hatte, musste das heute sein! Seht selbst – sieht doch viel besser aus!??? Wie ich gerade sehe, muss ich die Blinker noch montieren, hatte ich bei der Hitze heute tatsächlich vergessen.

   

 

Wegen der offenen Ansaugstutzen hat mir der TÜV leider seine Genehmigung veerweigert. Deshalb habe ich jetzt (schweren Herzens) den originalen Luftfilterkasten wieder angebaut.  

Mit dieser Maßnahme ist das Projekt nun nach gut 2 Jahren abgeschlossen und gerade noch rechtzeitig zu meinem 70igsten Geburtstag fertig geworden. Das freut mich natürlich ungemein, allerdings bin ich jetzt -außer der normalen Kleinarbeiten- fast arbeitslos. Mal schauen, ob ich über den Winter mit meiner Kawasaki 750 H2 Mach IV in die Gänge komme und diese endlich „lauffähig“ mache!??

DANKESCHÖN
Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei einigen Leuten, die maßgeblich am Umbau beteiligt waren bzw. unter den Baumaßnahmen gelitten haben:
– Ganz besonders bei meiner Frau Tine, die all den Stress ertragen hat;
– Bei meinem Sohn Niels, ohne ihn müsste ich die Kiste heute noch ohne Licht bewegen;
– Bei meinen Freunden Wolfgang Fehr, Heigoo Petzold und bei Rainer Kusch, die geholfen haben, wo sie konnten – hauptsächlich bei den Abschlepparbeiten, die infolge meiner unzureichender Vorbereitungen der 3 Testfahrten notwendig wurden;
– Bei meinem Reifen-Spezialist „Turbo“ von Rheinstetten, der immer bereit ist bei jedem Scheiß zu helfen;
– Bei Hans-Peter Müller von der Polsterwerkstatt Müller in Königsbach, am Allmendring 16, der eigentlich nicht so oft „Racer-Sitze“ polstert;
– Bei der Lackiererei Berger in Königsbach, Remchinger Str. 6, die wirklich beste Arbeit beim Lackieren der Felgen und der Motorradteile geleistet hat. Turbo geizt eigentlich mit Komplimenten, hat aber gesagt: „Mann, wer hat dir denn diese Felgen lackiert – einfach G e i l“;


Die erste größere Fahrt (insgesamt 150 km) unternahm ich durch den Schwarzwald. Der Motorlauf ist sensationell und im Gegensatz zu meinen ersten Fahrerfahrungen im Jahr 1988, lässt sich meine „SEXY-LADY“ wirklich super bewegen und bockt nicht in Kurven, auch wenn ich bzw. wir einmal etwas schneller unterwegs sind. Insgesamt bleibt nur noch eines – an der optimalen Abstimmung der Vergaser muss ich noch arbeiten – aber da hoffe ich auf die Hilfe meines KEIHIN-Spezialisten, Andreas (Lukoschek), von CONcepts & COMponents in Steinkirchen. Er findet ganz sicher die optimale Abstimmung.

2021-06-01; 2021-10-19; 2023-06-20; 15.02.24 / JR

Biker No.

1114051